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Die Diagnose eines fortgeschrittenen Prostatakrebses bedeutet heute für viele Männer einen chronischen Verlauf – die Lebenserwartung kann, abhängig von individuellen Faktoren, viele Jahre betragen. PD Dr. med. Ursula Vogl, Onkologin am Istituto Oncologico della Svizzera Italiana (IOSI) in Bellinzona, erklärt, was Patienten beitragen können, um trotz der eventuellen Nebenwirkungen der Therapie ein erfülltes Leben zu führen.

PD (AUT) Dr. med. Ursula Vogl, MBA. Leitende Oberärztin Onkologie, Klinische Leitung des Prostatakarzinomzentrums der italienischen Schweiz (CPSI), Istituto Oncologico della Svizzera Italiana (IOSI), Bellinzona

PD (AUT) Dr. med. Ursula Vogl, MBA 

© ZVG

Leitende Oberärztin Onkologie, Klinische Leitung des Prostatakarzinomzentrums der italienischen Schweiz (CPSI), Istituto Oncologico della Svizzera Italiana (IOSI), Bellinzona

Welche Nebenwirkungen der Prostatakrebstherapie belasten Patienten am stärksten, und was können diese tun, um ihre Lebensqualität aktiv zu verbessern? 

Die Therapieoptionen bei Prostatakrebs reichen je nach Krankheitsstadium von «aktiver Kontrolle» über Operation, Strahlentherapie, Hormontherapie und Chemotherapie bis hin zu modernen zielgerichteten Therapien. Bei einer Prostataentfernung sind mögliche Nebenwirkungen wie Inkontinenz und erektile Dysfunktion für die Betroffenen die häufigsten Bedenken. Bei der Strahlentherapie kommt es mitunter zu lokalen Entzündungen und Magen-Darm-Problemen wie Durchfall während der Bestrahlung. Die klassische Hormontherapie, die das Testosteron komplett unterdrückt, bringt den Patienten oft Hitzewallungen, sinkende Libido, Osteoporose, Muskelschwund, Herz-Kreislauf-Probleme und Depressionen. Wir motivieren die Betroffenen zu einem Lifestyle, der laut Studien dazu beiträgt, die Lebensqualität zu verbessern und die Therapien besser zu vertragen: viel Bewegung (Ausdauer- und Krafttraining) sowie ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und wenig rotem Fleisch und wenig tierischen Fetten.

Wie können Partner:innen und Angehörige die Patienten während der Therapie unterstützen? 

Sie können die Patienten zu Untersuchungen und Gesprächen begleiten – geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen, zumal die Betroffenen gerade anfangs oft überwältigt von der Diagnose sind. Patienten und ihre Angehörigen können sich in Selbsthilfegruppen mit anderen Betroffenen austauschen.

Mit Blick auf die Therapie von Prostatakrebs: Was hat sich in den letzten Jahren zum Positiven verändert? 

Sehr, sehr viel! Das beginnt mit einer besseren Charakterisierung der Krebsbiologie am Anfang der Diagnose, die am Gewebe oder im Blut erfolgt. Moderne Bildgebungen helfen uns, Patienten zu erkennen, die für neue zielgerichtete Therapien beim metastasierten Stadium infrage kommen. Des Weiteren verfügen wir heute über Operationsverfahren mit Schlüssellochchirurgie (robotergesteuert) und moderne Strahlentherapieprotokolle. Andererseits wird auch versucht, Patienten zu selektionieren, die vielleicht weniger Therapie brauchen als andere: In einer gerade angelaufenen klinischen Studie, koordiniert vom Swiss Cancer Institute (SCI) und unter der Führung der EORTC (European Organization for Research and Treatment of Cancer), an der viele Schweizer Kliniken teilnehmen, wird aktuell eine «phasenweise», sogenannte intermittierende Verabreichung der kombinierten Hormontherapie bei Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom untersucht und mit dem derzeitigen Standard einer kontinuierlichen Therapie verglichen.

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