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Diabetes

Der diabetische Fuss und die Gefahr von Amputationen – So schützen Sie Ihre Füsse

Credits: unsplash

Das diabetische Fusssyndrom (DFS), auch Diabetesfuss genannt, ist eine gefürchtete Komplikation bei Diabetes, die Schätzungen zufolge bis zu zehn von 100 Diabetikern betreffen kann. Was sollten Gefährdete über Ursachen wissen? Wie sieht eine Behandlung aus? Und vor allem: Was kann vorbeugend getan werden?

Privat Dozent (Priv.-Doz.) Dr. med Christoph Kalka

Facharzt für Innere Medizin und Facharzt für Angiologie (FMH) 
Zentrum für Gefässmedizin Mittelland 

Was ist der diabetische Fuss und wo liegen die Ursachen? 
Der diabetische Fuss ist eine schwere Langzeitkomplikation bei Patienten mit Diabetes. Zum diabetischen Fusssyndrom zählen alle Verletzungen der Haut unterhalb des Knies, etwa Entzündungen der Haut oder nicht heilende Wunden.Eine zentrale Rolle spielen dabei Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen in den Füssen und Unterschenkeln, die durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte hervorgerufen werden. Das sich hieraus entwickelnde reduzierte Schmerzempfinden und die Druckempfindlichkeit können fatale Folgen haben, da kleine Wunden oder andere Verletzungen am Fuss unbemerkt bleiben, sodass es schnell zu einem offenen Geschwür (Ulkus) kommt und das Gewebe sich entzündet oder abstirbt (Nekrose).

Wie erkennt man die Anzeichen?
Die Erkrankung der Nerven, die sogenannte Polyneuropathie, macht sich mit Missempfindungen wie Taubheit und Kribbeln in den Füssen, Wahrnehmungsstörungen in Bezug auf die Temperatur, erhöhter Berührungsempfindlichkeit und brennenden Schmerzen bemerkbar. Jede nicht heilende Wunde muss ärztlich untersucht werden.

Welche präventiven Massnahmen gibt es?
Im Vordergrund stehen Vorsorgemassnahmen und Vorsorgeuntersuchungen sowie ein gut eingestellter Diabetes. Menschen mit Diabetes mellitus sollten ihre Füsse täglich selbst und regelmässig durch den Hausarzt, Diabetologen oder Podologen kontrollieren lassen. 
Besonders wichtig ist es, auf gut sitzendes und bequemes Schuhwerk zu achten.
Auch sollten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie hoher Blutdruck und hohes Cholesterin medikamentös behandelt werden, Nikotinkonsum sollte beendet werden.
Und zu guter Letzt ist eine gute Stoffwechseleinstellung für die Wundheilung sehr wichtig. Die Blutzuckerwerte sollten regelmässig kontrolliert werden. Ist der HbA1c (Langzeit-Blutzuckerwert) erhöht, sollte der Blutzucker neu eingestellt und die Therapie verändert werden. 

An welche Ärztinnen und Ärzte sollte man sich wenden?
Wer bei sich selbst oder einem betroffenen Partner beziehungsweise einer Partnerin Verletzungen oder Veränderungen an den Füssen feststellt, sollte dies sofort beim Hausarzt und beim Diabetologen vorstellen. Eine zentrale Rolle spielen neben Orthopäden und Neurologen die Gefässmediziner (Angiologen). Letztere können rechtzeitig Durchblutungsstörungen erkennen und behandeln. Bei Gefässschäden empfehlen wir deshalb: jedes halbe Jahr ins Gefässzentrum! 

Welche Therapien und Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlungsmassnahmen hängen stark vom jeweiligen Wundstadium und dem Schaden des Fusses ab. Die betroffene Stelle muss dringend vom Druck entlastet werden. Dazu werden spezielle Schuhe verschrieben. Bei infizierten Wunden ist es wichtig, dass die Behandlung mit keimtötenden Mitteln und gegebenenfalls Antibiotika erfolgt. Liegt eine Durchblutungsstörung vor, können minimalinvasive Verfahren mit Ballonkathetern am Bein notwendig sein, um diese zu beheben und die Heilung zu beschleunigen. Die Hauptprinzipien sind folglich Druckentlastung, Verbesserung der Durchblutung und die Behandlung der Infektion.

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