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Sexualität und Intimität sind auch für COPD-Betroffene wichtig. Im Interview spricht COPD-Expertin Prof. Steurer-Stey unter anderem über die Wichtigkeit von Kommunikation. Finden Sie ausserdem untenstehend ein kurzes Video zu «COPD und Sexualität».

Prof. Dr. med. Claudia Steurer-Stey 

Fachärztin für Innere Medizin und Lungenkrankheiten,
Abteilungsleiterin des Bereichs «Chronic Care» an der Universität Zürich, mediX Gruppenpraxis Zürich
 

Mit welchen Themen sind Menschen mit COPD konfrontiert? 
COPD ist eine komplexe Erkrankung mit Einschränkungen auf physischer, psychischer und sozialer Ebene. COPD betrifft die Menschen ganzheitlich. COPD geht oftmals auch mit Scham und Schuldgefühlen einher. Es ist wichtig, über COPD zu reden und zu sensibilisieren. Aber es ist auch wichtig, dass sich Betroffene untereinander austauschen. Zu den Themen, mit denen Menschen mit COPD konfrontiert sind, über die aber wenig oder nicht gesprochen wird, zählen unter anderem Leistungsminderung, Isolation und Einsamkeit, Depressionen sowie Intimität und Sexualität. Sie sind wichtige Aspekte für eine gute Lebensqualität. Allein aufgrund der COPD und nicht etwa durch eine erektile Dysfunktion ist die Sexualität oft eingeschränkt.  

Sie beschäftigen sich innovativ mit COPD und Sexualität. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? 
Für Betroffene und Fachpersonen ist es nicht einfach, das Gespräch zu starten und die richtigen Worte zu finden. 

Viele Betroffene wollen darüber sprechen, aber es ist leider nach wie vor ein Tabuthema. Wir haben dazu eine Umfrage über Haltungen, Erwartungen und Barrieren bei Betroffenen aller Schweregrade und bei Fachpersonen durchgeführt. Es war spannend zu sehen, dass wir Fachpersonen Sexualität als natürlich wichtig für die Lebensqualität erachten, es gerne ansprechen würden, aber es dennoch nicht tun. Fachpersonen denken, sie seien nicht geschult oder dass aufgrund von kulturellen, religiösen und altersbedingten Faktoren das Thema bei Betroffenen nicht wichtig sei. Das sind allerdings Fehlannahmen, die wir widerlegen konnten, als wir mit den betroffenen Menschen gesprochen haben. 

Welche Empfehlungen können Sie betroffenen Menschen geben? 
Es geht nicht nur um den körperlichen Akt, sondern um ein breites Spektrum von Nähe und Intimität. Aber selbst das wird oft vermieden. Dieses Vermeidungsverhalten beginnt mit der Kommunikation. Unsere Gesellschaft ist ziemlich «oversexed», aber wir sprechen älteren Menschen mit einer Krankheit ihre Sexualität einfach ab. Wir Fachpersonen müssen keine Sexologen sein, um Sexualität bei COPD-Betroffenen anzusprechen. Wir haben daher an der Universität Zürich für Fachpersonen ein Instrument, einen «Icebreaker» für das Gespräch entwickelt und eine Informationsbroschüre für Betroffene. 

Mit bildhaften Darstellungen des Spektrums von Sexualität und sechs wertvollen Massnahmen und konkreten Tipps werden Betroffene und Partner unterstützt und inspiriert, Intimität und Sexualität nicht aus ihrem Leben mit der Krankheit COPD zu verbannen, sondern darüber zu sprechen.

COPD und Sex: 3 Tipps 

1. Setzen Sie Ihre medikamentösen Therapien im Langzeitverlauf und auch gezielt für sexuelle Aktivität ein. Das erleichtert die Atemnot und bringt Ihnen mehr Freude bei allen Aktivitäten. 

2. Bleiben Sie aktiv und fit – regelmässige körperliche Aktivität ist auch im Alter und mit einer COPD nützlich und möglich!  

3. Fragen Sie sich, sind meine Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit, Zärtlichkeit erfüllt? Was steht der Erfüllung im Wege? Gibt es einen Zusammenhang mit meiner COPD? 

Falls ja, sprechen Sie das Thema mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner und/oder mit der Fachperson Ihres Vertrauens an. 

Zum Beispiel so: Es gibt ein sehr persönliches Thema, das mich beschäftigt und ich gerne mit dir/Ihnen ansprechen möchte. Ich sehne mich nach Zärtlichkeit. Gleichzeitig hindert mich die Atemnot und die damit verbundene Angst selbst aktiv zu werden. 

Hier finden Sie weitere Tipps und Tricks für intime Momente.

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